Australien zieht jedes Jahr Französinnen und Franzosen an, die mit einem PVT (Programme Vacances-Travail, also dem Working Holiday Visa) dort sind oder sich länger niederlassen. Der französische Lebenslauf, unverändert verschickt, macht dort keinen guten Eindruck: Man spricht vom *Resume*, es ist ausführlicher und lässt Angaben weg, die wir aus Gewohnheit hineinschreiben. Hier sehen Sie, was sich ändert.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Sprache: Englisch, mit britischer Schreibweise (*labour*, *centre*, *analyse*).
- Foto: nicht empfohlen, außer der Arbeitgeber verlangt es.
- Persönliche Angaben: kein Geburtsdatum, kein Alter, kein Familienstand, keine Staatsangehörigkeit.
- Visum: angeben, mit Dauer (zum Beispiel „WHV, 8 months“).
- Länge: ausführlicher als in Frankreich, also oft mehr als eine Seite. Für hochqualifizierte Stellen darf es noch länger sein.
- Referenzen: ein Abschnitt *Referees* oder der Hinweis „available upon request“.
Welcher Aufbau eignet sich?
1. Titel: die angestrebte Stellenbezeichnung aus der Anzeige (*Bartender*, *Fruit picker*, *Construction labourer*).
2. Details: Name, Telefon (+33 statt der führenden 0 bei einer französischen Mobilnummer, oder eine australische Nummer), E-Mail, Adresse in Australien, falls vorhanden, Visumtyp und Dauer.
3. Profile / Summary: drei oder vier Zeilen zu Ihrer Erfahrung, Ihren Stärken und Ihrer Verfügbarkeit.
4. Work history: von der aktuellsten zur ältesten Stelle, mit konkreten Ergebnissen.
5. Education und Certificates.
6. Key skills und Languages.
7. Referees.
Visum, White Card, RSA: zeigen Sie, dass alles bereit ist
Ein Arbeitgeber will wissen, ob Sie schnell anfangen können. Nennen Sie im Kurzprofil oder in der Kopfzeile Ihr Working Holiday Visa und dessen Dauer, dann die Zertifikate, die Ihnen bestimmte Branchen öffnen:
- White Card: angeben, wenn Sie auf dem Bau arbeiten möchten.
- RSA (*Responsible Service of Alcohol*): nötig, um Alkohol auszuschenken.
- Blue Card: angeben, wenn Sie mit Kindern arbeiten möchten.
Je sichtbarer diese Punkte ganz oben auf der ersten Seite stehen, desto weniger Fragen muss sich der Recruiter stellen.
Ergebnisse schreiben, keine Aufgabenliste
Eine Zeile, die funktioniert: „Served over 100 customers per day in a busy winery, suggested wine pairings with the seasonal menu.“ Eine Zeile, die weniger gut funktioniert: „Responsible for customers.“ Passen Sie die Erfahrung dann an die angestrebte Stelle an: Ein Babysitting-Job muss für eine Stelle als Erntehelfer nicht ausführlich beschrieben werden.
Abschlüsse übersetzen
Behalten Sie die französische Bezeichnung bei und ergänzen Sie die englische Entsprechung, damit das Niveau sofort verstanden wird:
| Französischer Abschluss | Übliche Entsprechung |
|---|---|
| Baccalauréat général | High School Degree |
| Baccalauréat professionnel | Vocational High School Diploma |
| CAP | Vocational training |
| BTS / DUT | Advanced Diploma |
| Licence / BUT | Bachelor's Degree |
| Master 2 | Master's Degree |
| Doctorat | PhD |
Viele australische Arbeitgeber schauen zuerst auf die Erfahrung: Die Ausbildung kann weiter unten im Dokument stehen.
Die häufigsten Fehler
- Ein Foto und vollständige Personalien, übernommen aus dem französischen Lebenslauf.
- Ein Lebenslauf auf Französisch oder Wort für Wort übersetzt.
- Kein Visumtyp und keine Dauer, sodass der Recruiter raten muss.
- Derselbe Lebenslauf für alle Anzeigen, ohne die Begriffe der Anzeige aufzugreifen.
- Ein Layout mit Spalten und Icons, das eine Sortiersoftware schlecht ausliest.
Das Resume vor dem Versand prüfen
CVpass vergleicht Ihren Lebenslauf mit der angestrebten Stelle, findet fehlende Keywords und meldet Formatprobleme, die Sortiersoftware behindern. Für die gemeinsamen Regeln englischsprachiger Länder lesen Sie unseren Leitfaden zum englischen Lebenslauf für Bewerbungen im Ausland.
FAQ
Gehört ein Foto in den Lebenslauf für Australien?
In der Regel nicht. In Australien wird vom Foto abgeraten, außer der Arbeitgeber verlangt eines. So gewinnen Sie Platz für Ihre Ergebnisse.
Wie lang ist ein australischer Lebenslauf?
Ein australisches Resume ist meist ausführlicher als ein französischer Lebenslauf und umfasst oft mehr als eine Seite. Für einen Saisonjob oder Backpacker-Job reichen ein bis zwei Seiten. Für eine qualifizierte Stelle darf es länger sein.
Was gehört in einen Lebenslauf für das Working Holiday Visa in Australien?
Eine Stellenbezeichnung, Ihre Kontaktdaten mit Visumtyp und Dauer, ein Kurzprofil auf Englisch, Ihre Erfahrungen mit Ergebnissen, Ihre nützlichen Zertifikate (White Card, RSA, Blue Card je nach Branche), Ihre Sprachen und Referenzen.
Gehört die Staatsangehörigkeit in ein australisches Resume?
Nein: Staatsangehörigkeit, Geburtsdatum, Alter und Familienstand haben in einem australischen Resume nichts zu suchen. Visumtyp und Dauer zeigen ausreichend, ob Sie arbeiten dürfen.
Kann man sich aus Frankreich in Australien bewerben?
Ja, mit einem Resume auf Englisch, das Ihren Visumstatus und Ihr Verfügbarkeitsdatum nennt. Eine lokale Adresse oder Nummer hilft, lässt sich aber erst vor Ort bekommen.
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